Lehrer als Lernende eine lohnende Erfahrung! (2002)
 
     Freudig zur Tagung in Timmendorf angemeldet erreicht mich ein vorauseilender Segen: eine Berliner Kollegin und ich werden den Weg zu mehr als Meer gemeinsam antreten. Wir starten schließlich mit Gebet und erfahren im tiefsten Sinne des Wortes trotz beginnender Berliner Osterferien eine angenehme Anreise. In Timmendorf eingetroffen führt uns Gott die letzten Kilometer ähnlich wie die Israeliten durch Wolke und Feuersäule mit einem vorausfahrenden Pkw. Ein fröhliches Fischlein auf der Heckscheibe des Pkw legt uns eine heiße Fährte zur Tagung.
     Der freundliche Empfang am Freitagabend und die ausgezeichnete Bewirtung im Haus der methodistischen Glaubensgeschwister bildet den rechten Boden für den ersten Themenschwerpunkt mit Helga Anton. Ihre zeugnishaften vielfach erprobten Ausführungen zu anhaltendem Gebet und ihre lebensnahen auf Schule ausgerichteten Tipps zu konkretem Beten setzen einen Fanfarenstoß: nicht das Sichtbare, sondern der Unsichtbare behält den Sieg. Da Helga Anton bis auf ein Erkennen von Konturen blind ist, wird uns sprichwörtlich vor Augen gestellt, dass eine überzeugte vollmächtige Gebetshaltung nicht auf der Erfüllung aller Wünsche gründet. Ihr freimündlicher Vortrag berührt, ermutigt und fordert heraus. Unser Vierbettmännerzimmer nimmt Anregungen noch in der ersten Nacht auf und legt sich und Schule, Tag und Tagung in Gottes Hände.
     Erholsamer Schlaf und schmackhaftes Frühstück wecken die Lebensgeister für den Samstag. Annegret Weber analysiert, reflektiert und visioniert mit uns Schule in Deutschland, wo kommst du her, wo willst du hin? Annegret Weber prognostiziert wachsende Spannungsfelder, rät aber am Nachmittag vom getrieben alternierenden Lehrer ab. Sie empfiehlt den Geist geleiteten Lehrer, der Ruhe sucht und findet in Gott. Dass dieses zur Ruhe kommen nicht immer leicht fällt, belegt sie mit einem eindrücklichen persönlichen und aktuellen Zeugnis. Mit der Bitte um Gerechtigkeit verweist sie neben dem Segnen auf einen Weg, der willkürliche Trends, Kolleg/inne/n, Lernende überwindet und faire Lehr-, Lern- und Beurteilungssituationen herbeiführt.
      Annegret Weber unterstreicht in Anlehnung an das Wort Jesu: ihr seid das Salz und das Licht der Schule. Eine Brise Salz würzt, wenn sie sich in der Speise auflöst, die Kerze spendet Licht, wenn sie sich verzehrt. Wir, Licht und Salz überwinden das geschmacklos Fahle, das finstre Dunkel in geringer Dosierung, das heißt gerade auch als Minderheit in der Schule durch Hingabe von dem, was wir von Gott empfangen. Nach Gebetsimpulsen von Helga Anton leitet uns Annegret Weber am Abend an, auf Empfang zu schalten: wir beten in Gruppen. Wichtige Impulse lauten: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist wir loben, rühmen, preisen, ehren und anbeten dich, deine Eigenschaften, deine Taten. Bewusst lassen wir los, was uns nicht los lassen will. Wir bitten: Vater manage du unsere Zeit, setze du die Prioritäten in den Turbulenzen des Schulalltags.
     Der Auftakt zum Finale am Sonntagmorgen mit einer umfassenden Gebetszeit im Plenum für Schulen, Umfeld und ihre zeitgeistigen Nöte verdeutlicht beispielhaft, wie sehr wir christlichen norddeutschen Lehrer „Christus in die Schule“ sehnen und bitten. Die Predigt von Thies Hagge zu Lk 5, 4-7 senkt mir tief ins Herz: Gott tut Wunder und er nimmt uns in seine Wunder hinein. Gerade Zeiten der Selbstenttäuschung und Erfolglosigkeit bilden einen vortrefflichen Hintergrund für die Fülle in Jesus, die gegen jede gängige Erfahrung erfahrbar wird, wenn wir auf Jesu Wort, seine Verheißungen hin Schritte wagen. Brot und Wein erinnern uns an die Wohltaten Gottes in Christus Jesus und lassen uns schmecken und sehen wie freundlich und nahe der Herr ist alle Tage bis an der Welt Ende.
     Das von Burkhard Lucka zitierte Wort Heinrich Witts, dem Gründer der Norddeutschen Lehrergemeinschaft „Ja, ich komme. Ich will sein sein ganz und immer.“ bewegt mich heute noch sehr. Die fröhliche Gemeinschaft, der klar ausgerichtete Fokus der Tagung auf Gott, den schöpferisch liebenden Vater, den stellvertretend versöhnenden Sohn Jesus Christus und den trostreichen in alle Wahrheit leitenden Heiligen Geist festigte meine Beziehung zum Herrn des Kosmos und zum Herrn der Schule. Strand, Meer, persönliche Gespräche, gute Kost und geringe Kosten bildeten einen vorzüglichen Rahmen.
     Wir spürten der Tagung schmackhaft und erhellend ab, was es bedeutet, wenn wenige Mitarbeiter sich als Salz und Licht hingeben und einbringen. Nun ist es an uns den Löseprozess und das Brennen, Leuchten und Wärmen in Schule und Alltag fröhlich zu bewähren. Ich danke sehr herzlich allen Lichtern und Salzen der Timmendorfer Lehrertagung und gebe unserem lebendigen Gott die Ehre, der uns lehrt, wir bleiben Lernende an seines guten Geistes Hand: sola deo gloria!
 
     In froher Erinnerung, in Glauben, Gebet und Lehramt verbunden grüßt Euch ganz herzlich Euer Wahlberliner mit hessischem Akzent. Ich freue mich schon sehr auf Euch im nächsten Frühjahr in Eutin,
 
Andreas Dehnert
 

 

Eutin 2007
 
„Noch ein paar Kilometer, dann haben wir es geschafft ,“freue ich mich nach der
langen Fahrt aus Braunschweig zum Eutiner Seeschloss. Doch kaum ausgestiegen, die gute klare Luft eingeatmet und das schöne weiße Schloss mit dem angrenzenden See betrachtet, vergesse ich den Stress der letzten Schulwoche.
 
„Das Gute weitergeben“ lautete der Titel unserer diesjährigen Tagung.  Die Referenten Ulla und Günter Schäuble haben sehr motivierend und kurzweilig darüber berichtet, wie man jungen Menschen  ein  geistlicher Mentor sein kann. Besonders treffend empfand  ich den Satz:
Gute Erziehung und Pädagogik geschieht mit zwei Händen. Die rechte Hand steht für Liebe und Wertschätzung, die linke Hand, dafür, dass man auch einmal Widerstand entgegensetzen muss.
 
Sehr schön war auch, dass man auch genügend Freizeit für einen schönen Spaziergang am See oder einen Kurztrip an die Ostssee hatte. Die guten Gespräche während des leckeren Essens, die Gebetszeiten und viele andere Momente sorgten dafür, dass das Wochenende eine sehr erbauende Zeit gewesen ist, in der ich sehr gut auftanken konnte. Ich denke, dass ich hier
stellvertretend für die anderen Teilnehmer sprechen kann: Wir kommen gerne nächstes Jahr wieder und wünschen uns sehr, dass noch mehr Lehrer  dazukommen. 
 
Annette Bossert

 

 

 

Jahrestagung 2004 im Seeschloss
 
                      Ein Wochenende in Eutin!                               
Man fragte mich: „Musst du dort hin?
Die lange Fahrt! Es ist so weit!
Und wenn es Freitag auch noch schneit?“
 
Im letzten Jahr hat’s mir gefallen
mit den Christenbrüdern allen
und den Schwestern - ist doch klar.
Schön war’s auch in diesem Jahr.
 
Nicht das Thema nur allein,
die Gemeinschaft, die war fein.
Heiße Themen selbst beim Essen,
das Programm war angemessen.
 
Morgens, in der ersten Stunde
Beten in vertrauter Runde.
Gotteslob aus vollen Kehlen,
sollte keineswegs dort fehlen.
 
Das Buffet, das lockte dann
jede Frau und jeden Mann.
Niemand sollte es vergessen
sich zu laben an dem Essen.
 
Die Referentin war so frei,
zu berichten mancherlei
von der Wärme, die sie gibt,
erfüllt durch Christus, der sie liebt.
 
Kindern Liebe weitergeben,
das ist’s, was nur bringt den Segen,
Tadeln eher schädlich ist.
Mit sanfter Hand erzieht ein Christ.
 
Geduld fürwahr ist eine Tugend,
für alle, die befasst mit Jugend.
Gebet und Glaube ist die Kraft,
die mit der Liebe Wunder schafft.
 
Im nächsten Jahr, es ist kein Scherz,
trifft man sich wieder Ende März.
Vermutlich nicht bei Eis und Schnee,
                                                      im Seeschloss an dem Kellersee.                                                              
 
                                              Hartmut Steen

 

120 Jahre Norddeutsche Lehrergemeinschaft
Jubiläumstagung im Seeschloss am Kellersee
Thema: Glaube im Schulalltag
 
 
Unter dem Motto „Glaube im Schulalltag“ feierte die Norddeutsche Lehrergemeinschaft im März ihr 120-jähriges Bestehen.
Eine Kollegin hatte mich auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht, und so freute ich mich nach einem stressigen Schulalltag auf ein entspanntes und erfülltes Wochenende zu Beginn der Osterferien.
Da ich das Glück hatte, von Burkhard Lucka und seiner Frau im Auto mitgenommen zu werden, wurde die Fahrt von Braunschweig nach Eutin schon zu einem positiven Erlebnis. Ich stellte zu meinem Erstaunen fest, dass wir derselben Gemeinde angehören, und so gab es genügend Anknüpfungspunkte, die das Gespräch bis zu unserer Ankunft im Seeschloss nicht abreißen ließen.
 
Die Tagung begann am Freitag mit einem leckeren Abendbrot, bei dem ich Gelegenheit hatte, die ersten Kontakte zu anderen Teilnehmern zu knüpfen. Frisch gestärkt hörten wir dann einen Beitrag zum Thema „Glaube und Erziehung“ mit Rückblick auf 120 Jahre Norddeutsche Lehrergemeinschaft. Der offizielle Teil endete mit Gotteslob in Lied und Wort, bei dem die Seele auftanken konnte. Anschließend blieb noch genügend Zeit zum Schmökern am Büchertisch und zu einem Glas Wein in geselliger Runde. Manch einer begab sich auch zur friedlichen Nachtruhe in sein gemütliches Zimmer.
 
Die folgenden Tage begannen jeweils mit einer Morgenandacht. Am Samstag ging es dann um das Thema „Glaube im Schulalltag“. Ausgangspunkt war die Tatsache, dass die Anforderungen an die Lehrkräfte in den letzten Jahren ständig gestiegen sind. Dabei kommt es immer häufiger zum Burnout. Auch christlichen Lehrern gelingt es nicht immer, aus ihrem Glauben und Gottes Wort die Kraft zu schöpfen, die sie zur Bewältigung des Alltags brauchen. Woran das liegt, erläuterte Dr. Peter Lincoln in seinem Vortrag. Er wies uns darauf hin, dass unser Glaube sich oft nur im Kopf (auf der Verstandesebene) abspielt. Wir singen, beten und danken Gott, aber Körper und Seele sprechen eine andere Sprache, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen ist gestört.
Damit der Glaube aber in „Fleisch und Blut“ übergehen kann, müssen wir die leibliche Dimension wieder stärker in den Blick bekommen. Dies ist mit Hilfe des „Focusing“ möglich, das sich auf den ganzen Menschen ausrichtet. Damit werden Blockaden zwischen Leib, Seele und Geist aufgehoben. So kann ganzheitlicher Glaube entstehen.
In seiner lockeren, humorvollen Art führte uns Peter Lincoln in die Arbeitsweise des „Focusing“ ein. Er erläuterte uns die wichtigsten Schritte dieser Methode und verband sie immer wieder mit biblischen Aussagen und praktischen Beispielen und Übungen. Dabei ging es um:
 
-          Freiraum schaffen                           -> auch wenn der Schulalltag einengt.
-          Die Seele schützen                         -> vom Umgang mit allem, was in uns ist.
-          Den Blick nach vorn ausrichten      -> Impulse aus dem Wort Gottes empfangen.
 
Wenn auch die Zeit nicht ausreichte, die Methode der „Focusing“ vollständig zu erlernen, so haben doch viele Teilnehmer neu entdeckt, wie wichtig es ist, in sich hineinzuhorchen und Gefühle und körperliche Empfindungen ernst zu nehmen. Der eine oder andere hat vielleicht auch zu spüren bekommen, was die Bibel meint, wenn sie den menschlichen Leib als Tempel des Heiligen Geistes bezeichnet.
Für Kollegen, die sich näher mit der Methode auseinandersetzen wollten, empfahl Peter Lincoln sein Buch mit dem Titel „Wie der Glaube zum Körper findet“. Es ist 2007 im Aussaat Verlag erschienen.
Auch dieser Tag klang mit einem gemütlichen Beisammensein aus.
 
Den krönenden Abschluss der Tagung bildete am Sonntag der Gottesdienst mit Probst Dr. Kramer. Die Predigt vor dem Hintergrund des sonnenbeschienenen Kellersees hat mich stark berührt und mich in meinem Glauben bestärkt, dass Gott für mich da ist, dass er mich lieb hat und ich mich in allen Lebenslagen an ihn wenden kann.
 
So danke ich Gott für die segensreiche Zeit und hoffe, dass ich im nächsten Jahr wieder dabei sein kann. Für die Tagung in Plön werde ich natürlich mit Begeisterung neue Lehrkräfte werben!
 
Gisela Hachmeister

 

Plön 2009 (von Anja)

 

Das Umhergucken beim ersten Abendessen ließ mich neben neuen Gästen auch liebe Bekannte der letzten Tagungen erkennen. Es ist so spannend mit zu verfolgen, was sich im Laufe des letzten Jahres im Leben von uns LehrerInnen getan hat: Träume wurden verwirklicht, neue geboren, Probleme gelöst oder sind aufgetaucht, Kinder und Enkelkinder haben die Familien bereichert. Ich habe u.a. von Usedom und Oebisfelde, sowie von Dänemark und Oldenburg i.H. gehört. Erfreut waren wohl alle über die jungen Tagesgäste aus Kiel – kommt wieder!

 

Das Thema „Burnout – Von Elia lernen“ hat jedem von uns viel zu sagen gehabt. Manche mögen es wohl besonders für ihre aktuelle Situation in Schule und Privatleben gebraucht haben.

Klaus-Günther Pache aus der Paulus-Gemeinde in Bremen berichtete von seiner Burnout-Erfahrung im Jahr 2001 so ehrlich, dass wir Zuhörer Gedanken und Gefühle von Betroffenen in so einer Zeit verstehen, oder sich als jemand in ähnlicher Lage identifizieren konnte mit der schwersten Zeit seines Lebens, die er zwar „nie wieder erleben, aber auch nicht vermissen“ möchte [Buchtipp: K.-G. Pache; „Den Himmel erobern. Im Zerbruch Gottes Ewigkeit begegnen.“]

Mir ist Folgendes klar geworden: Als Christen müssen wir uns nicht fürchten durch eine Zeit des Ausgebranntseins hindurch zu gehen, auch wenn wir Gottes Führung nicht gleich, sondern erst im Nachhinein, verstehen k ö n n e n. Wir werden irgendwann erkennen, dass Gott es g u t meint, wenn Er uns für eine Weile „aus dem Verkehr zieht“. Diese Krise soll eine Chance zum Bilanz-Ziehen und Neu-Durchstarten sein. Wenn wir dieses Tief nicht aushalten, kann Gott uns nicht in den nächsten Lebensabschnitt führen! Die „ärztliche Anweisung“ unseres Schöpfers sieht in der akuten Phase so aus: Verordnung von absoluter Ruhe, alles loslassen, wissen, dass es doch ohne einen selbst geht. Die Zeit, die es braucht, um in ein Burnout hinein zu kommen, braucht es auch wieder hinaus zu kommen. Parallel begleitet uns Gott in dieser Wüste liebevoll durch Menschen, Worte und besondere Erlebnisse, in denen Er Sein Reden offenbart und uns ermutigt. Auch Elia ist nicht allein, sondern wird von menschlicher Hilfe und Engeln umgeben. Gott begegnet ihm schließlich nicht wild, sondern sanft in einem Säuseln des Windes. Auch wir finden Gottes Reden, wenn wir zur Ruhe kommen und still vor Ihm werden. Dann verstehen wir die Worte [lässige Ausdrucksweise von Pastor Pache]: „Mach´ ´mal keine Panik – ich kümmere mich um dich. Ich bin ja dein Schöpfer – wo ist also das Problem?“

 

Der äußere Rahmen stand in nichts der Qualität unseres geliebten „Seeschlösschens“ in Eutin nach. Auf dem Gelände des „Seehofs“ der Heilsarmee in Plön konnte ich einen Rundgang von einer guten halben Stunde machen; drei Strandstücke gehören dazu. Das Essen war lecker, appetitlich angerichtet (inklusive einer hübschen Frühlingsdeko auf den Tischen, die mit der kleinen Gießkanne Vorfreude auf den Garten aufkommen ließ), und die Bedienung war außerordentlich aufmerksam und eifrig. Zimmer und Bad sind geräumig und haben einen kleinen Balkon. Tagsüber diente uns der moderne Konferenzraum, und abends trafen sich viele gern im Kaminzimmer zur „pädagogischen Nachbesprechung“.